Schon in Großmutters Küche galt Ingwer als eine wahre Wunderwaffe. Gegen zahlreiche Beschwerden und Krankheiten wurde die ostasiatische Knolle eingesetzt, deren Ursprung auf diversen pazifischen Inseln liegt. Auch heute kommt Ingwer immer noch gerne zum Einsatz. Die eindringliche Schärfe, die durch die Scharfstoffe im Ingwer ausgelöst werden, machen allerlei Gerichte zu einem wahren Highlight. Gerade diese Scharfstoffe sind der Grund, weshalb Ingwer als ein gesundes und wichtiges Gewürz gilt.

Ingwer kann Schmerzen lindern

Die Scharfmacher sind zwar für Gerichte wie gemacht, doch auch der Körper kann davon profitieren. Immerhin aktiviert die Schärfe die Wärme im Körper, was gerade in der kalten Jahreszeit ein Highlight ist. Hinzu kommt, dass diverse Studien bewiesen haben, das Ingwer schmerzlindernd wirkt. Die Inhaltsstoffe im Ingwer lindern die Schmerzrezeptoren, dämmen Entzündungen ein und hemmen die Blutgerinnung. Die genaue Wirkung bei Schmerzen muss noch weiter untersucht werden, doch in einer Übersichtsarbeit aus dem Jahre 2015 wurde durch dänische Forscher festgestellt, dass sich durch das Ingwerpräparat Arthroseschmerzen lindern lassen.

Gutes Mittel gegen Brechreiz und Übelkeit

Weitaus bekannter ist, dass Ingwer schon in geringen Mengen gegen Übelkeit hilft, vorneweg die Reiseübelkeit. Die enthaltenen Inhaltsstoffe mindern die Übelkeit und den Brechreiz, wie vergleichsweise das chemische Mittel Dimenhydrinat. Um diesen Effekt zu erwirken, koppeln sich die Wirkstoffe an die Serotonin-Rezeptoren-Ionenkanäle des Körpers, von denen der Brechreiz ausgelöst wird. Im Grunde werden diese “verstopft”, sodass der “Befehl” der Übelkeit nicht weitergeleitet werden kann. Jedoch wirkt Ingwer nur gegen solche Übelkeit, welche von einer Flugzeug-, Bahn- oder Autoreise ausgelöst wird. Schiffskranke müssen leider auf andere Präparate setzen.

Weiterhin kann die fernöstliche Knolle bei Chemotherapien zum Einsatz kommen. Diverse Studien haben gezeigt, dass Krebspatienten weniger stark übel wurde, wenn sie sowohl vor als auch nach der Behandlung Ingwer zu sich nahmen. Die Symptome und Beschwerden können deutlich verringert werden, wobei die Einnahme drei Tage vor und danach erfolgen sollte. Da aber auch die Wirkung in diesem Bereich noch auf langer Sicht erforscht werden muss, sollte die Einnahme von Ingwer unter Beaufsichtigung eines Arztes erfolgen.

Ingwer ist nicht für jeden geeignet

Zwar ist Ingwer ein wahrer Schatz und Allroundtalent, dennoch ist es nicht für jeden zu empfehlen. Besonders Menschen, die unter einem empfindlichen Magen leiden, sollten auf die scharfe Knolle verzichten. Durch die Wirkstoffe wird die Bildung von Magensäure angeregt, was zu Übelkeit und Bauchschmerzen führen kann. Ebenso sollten Personen, die Blutgerinnungshemmer zu sich nehmen, Ingwer nicht unbeabsichtigt einnehmen. Oftmals ist der Gang zum Arzt der erste Weg. Im Bereich Schwangerschaftsübelkeit wird noch diskutiert, ob sich Ingwer negativ auf die Schwangere sowie das Kind auswirkt, oder ob es ein gutes Mittel gegen die Schwangerschaftsübelkeit ist.

In welcher Form kann Ingwer eingenommen werden?

Heute gibt es Ingwer in vielen unterschiedlichen Formen. Klassisch und natürlich ist die Knolle an sich, welche geschält und bei Bedarf gerieben wird. Das bloße Kauen auf der Knolle kann schon ein flaues Gefühl im Magen beheben. Aber Ingwer gibt es heute auch als Tablette, Kapsel oder Tropfen, was wiederum ideal für Reisen ist. Am besten wird einige Stunden vor einer Reise die Tablette eingenommen, damit die Übelkeit erst gar nicht aufkommt. Etwas eleganter ist ein Ingwertee, der durch eine leichte Süße punktet. Weitere Scharfmacher können durch Zuckerbonbons in den Körper gelangen. Bei den letzten beiden Methoden ist jedoch noch nicht genau geklärt, ob die Inhaltsstoffe wirklich am Wirkort ankommen.

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