Frau Anton hat eine sehr innige Beziehung zu ihrer Tochter, die sie über viele Jahre mindestens einmal pro Woche besuchen kam. Doch dann erhielt die Tochter das Angebot, für ihren Arbeitgeber ins Ausland zu gehen. Frau Anton ist sehr stolz auf ihre erfolgreiche Tochter, die ihr nach wie vor regelmäßig schreibt. Aber nun muss sie ohne ihre Unterstützung auskommen. Zunächst ist das kein Problem: Ihr Nachbar bringt ihr gerne ein paar Dinge mit, wenn er mit dem Auto zum Einkaufen fährt. Und auch zum Arzt hat er Frau Anton schon ein paar Mal gefahren. Aber Frau Anton ist es unangenehm, ihn immer wieder zu bitten und keine Gegenleistung bringen zu können. Ihr Angebot, ihn für seine Mühen zu bezahlen, hat er lachend abgelehnt: „Da mach ich mich ja strafbar, das wäre Schwarzarbeit, selbst unter Nachbarn!“

Langsam wächst Frau Anton auch der Haushalt über den Kopf. Eine ihrer Bekannten hatte zwischenzeitlich einen Putzdienst beauftragt, doch da kamen immer andere Leute in die Wohnung, das fand sie unangenehm. So etwas möchte Frau Anton gar nicht erst ausprobieren. Trotzdem muss etwas geschehen. In der Zeitung sieht sie die Anzeige der SeniorenLebenshilfe: „Wir haben Zeit für Sie“. Das klingt erstmal gut, aber helfen die auch im Haushalt?

Bei ihrem ersten Telefonat erfährt Frau Anton, dass die Lebenshelfer von der SeniorenLebenshilfe nicht nur putzen, sondern auch ein Auto haben und Besorgungen machen. Sogar zum Arzt könnte Frau Anton gefahren werden. Die Dame von der SeniorenLebenshilfe schlägt ihr vor, sich einfach einmal mit einer Lebenshelferin zu treffen. Frau Anton stimmt zu und erhält wenig sie einen Brief mit den Kontaktdaten von Petra Markwart, „ihrer“ Lebenshelferin. Sie ruft Frau Markwart an und findet sie schon beim ersten Treffen sympathisch. Frau Markwart bestätigt ihr, dass sie keinen Vertrag abschließen muss und jederzeit entscheiden kann, ob sie weiterhin möchte, dass die Lebenshelferin zu ihr kommt. Das wirkt sehr vertrauenserweckend auf Frau Anton, und sie beschließt, es mit der Lebenshelferin zu versuchen. Die beiden Frauen vereinbaren, was Frau Anton pro Stunde insgesamt zahlen soll. Zuerst muss die Seniorin etwas schlucken, denn es ist deutlich mehr, als sie für eine Putzfrau veranschlagt hatte. Allerdings wäre die Putzfrau auch nicht mit ihr zum Orthopäden gefahren, wie es Frau Markwart schon am übernächsten Tag tut. Und auch beim Haushalt fragt Frau Markwart ganz genau nach, wie Frau Anton es am liebsten hat. Ihre Wohnung sieht genau so ordentlich und gepflegt aus wie früher, als Frau Anton noch selbst geputzt hat. Hoch erfreut schreibt Frau Anton ihrer Tochter von dieser großen Veränderung in ihrem Leben – ihrer Lebenshelferin. Die Tochter ist erleichtert, dass es jemanden gibt, der sich zuverlässig um ihre Mutter kümmert.

Der erste Monat mit den wöchentlichen Besuchen von Frau Markwart vergeht wie im Flug, und schon bald entdecken die beiden Frauen viele gemeinsame Gesprächsthemen. Als Frau Anton einmal mit einer Erkältung im Bett liegt, bringt Frau Markwart ihr Suppe und liest ihr vor, denn beide sind leidenschaftliche Krimileserinnen. Nach und nach fallen Frau Anton immer mehr Dinge ein, bei denen Sie Frau Markwarts Unterstützung gebrauchen kann oder die zu zweit einfach angenehmer sind. Einmal im Monat gehen die beiden ins Kino und alle zwei Wochen auf den Friedhof zum Grab von Frau Antons verstorbenem Mann. Frau Anton freut sich auf die gemeinsame Zeit mit ihrer Lebenshelferin, die ihr mittlerweile eine verlässliche Vertraute geworden ist.

Als Frau Anton eines Tages auf den vereisten Stufen vor ihrem Haus stürzt, wird Frau Markwart als Notfall-Kontakt sofort benachrichtigt und kommt direkt ins Krankenhaus. Sie bringt Frau Anton alles, was sie braucht, und kümmert sich darum, dass der für den nächsten Tag bestellte Handwerker ins Haus kommt. Auch als Frau Anton aus dem Krankenhaus entlassen wird, ist ihre Lebenshelferin zur Stelle, fährt sie nach Hause und organisiert den Pflegedienst, der sich um die nun pflegebedürftige Seniorin kümmert.

Inzwischen begleitet Frau Markwart „ihre“ Seniorin Frau Anton schon seit etlichen Jahren und stimmt sich dabei nicht nur mit Frau Anton, sondern auch mit deren Tochter ab. Frau Anton fühlt sich sicher bei dem Gedanken, dass ihre Lebenshelferin der SeniorenLebenshilfe für sie da ist – was immer auch geschieht.

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